Vorsicht bei diesen Schweizer Insekten: Klein, aber gefährlich. Einige Arten tragen Nessel-, Reiz- oder Nervengifte in sich, die für Menschen gefährlich oder sogar tödlich sein können. Prozessionsspinner Ihre Raupen lösen starke allergische Reaktionen und Entzündungen aus. Besonders in Zürich, Schaffhausen und den beiden Basel treten sie vermehrt auf. Auch ihre Nester bleiben lange riskant – die Haare darin sind bis zu zwölf Jahre giftig. Ölkäfer Er sondert bei Gefahr ein orangefarbenes Sekret mit dem Nervengift Cantharidin ab. Schon geringe Mengen können tödlich wirken. Der Kontakt verursacht Hautreizungen oder Blasen wie bei Verbrennungen. Nach Berührung sollte man Mund, Nase und Augen meiden. In Deutschland mussten wegen der Käfer bereits Spielplätze gesperrt werden. Gift mit Geschichte Ein Gegenmittel gegen Cantharidin gibt es nicht. In der Antike diente das Gift als Mordwaffe; die „Spanische Fliege“ wurde zudem als Potenzmittel genutzt – trotz höchstem Risiko.
Seltene Insekten der Schweiz: Sägeschrecke und Binden-Pelzbiene Beide Arten sind vom Aussterben bedroht – die eine perfekt getarnt, die andere kaum zu fassen. Die Grosse Sägeschrecke Bis zu elf Zentimeter gross und hungrig auf andere Insekten: Sie gilt als grösste und seltenste Heuschrecke Mitteleuropas. In der Schweiz lebt sie nur noch an wenigen Orten wie dem Rheintal oder dem Walliser Rhoneknie. Ihre Tarnung macht sie fast unsichtbar. Das Weibchen legt Eier mit einem drei bis vier Zentimeter langen Legestachel – ungefährlich, aber beeindruckend. Paarung braucht sie keine, sie pflanzt sich ohne Männchen fort. Die Binden-Pelzbiene Die rastlose Amegilla garrula steht kaum still – nur im Schlaf, wenn sie sich an Zweigen festbeisst, putzt und kopfüber ruht. Ihr Lebensraum mit steinigen Böden schwindet, doch heisse Sommer liegen ihr. Auch sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
Clever und getarnt: Schweizer Insekten und Spinnen mit besonderen Tricks Ameisen und ihre „Nutztiere“ Einige Ameisenarten halten Blattläuse wie Vieh: Sie „melken“ sie mit ihren Fühlern, um an den süssen Honigtau zu kommen. Im Gegenzug beschützen sie ihre Blattlausherden vor Feinden – eine echte Win-win-Beziehung. Die Krabbenspinne – das Chamäleon der Schweiz Manche Krabbenspinnen wechseln ihre Farbe je nach Umgebung – von Gelb über Weiss bis Rosa. So tarnen sie sich beim Jagen. Nur die Weibchen beherrschen diesen Trick, wohl weil sie mehr Nahrung für ihre Eier brauchen. Die Kegelbiene – die Wetterfühlige Diese Biene spürt Regen, bevor er fällt. Sie beisst sich an einem Pflanzenstiel fest, putzt sich und schläft sicher ein, bevor die Tropfen kommen. So spart sie Energie und entgeht Fressfeinden – eine clevere Überlebensstrategie.
Nützliche Krabbeltiere der Schweiz Der Spinnenläufer Zwar kein hübscher Mitbewohner, dafür ein äusserst nützlicher: Spinnenläufer fressen Mücken, Fliegen und sogar Bettwanzen. Ihr Biss ähnelt einem Wespenstich, ist jedoch selten gefährlich. Beeindruckend: Verliert er ein Bein, wächst es nach der nächsten Häutung wieder nach. Die Hummel Hummeln sind unersetzlich für viele Nutzpflanzen. Sie können Tomaten und Kartoffeln bestäuben, indem sie mit ihren Flugmuskeln kräftig an den Blüten rütteln – eine Technik namens „Buzz Pollination“. Ohne Hummeln gäbe es viele unserer Lieblingsgemüse nicht. Der Rosenkäfer Mit seinem metallisch grünen Panzer ist der Rosenkäfer nicht nur schön, sondern auch nützlich. Seine Larven zersetzen abgestorbenes Pflanzenmaterial und verwandeln es in wertvollen Humus. Im Gegensatz zu den schädlichen Junikäfern fressen sie keine lebenden Wurzeln und gelten als echte Gartenhelfer.
Schweizer Krabbeltiere im Härtetest: wahre Überlebenskünstler Der Schneewurm Die Larve des Weichkäfers trotzt Kälte wie kaum ein anderes Tier. Sie frisst im Winter aktiv und übersteht sogar eiskaltes Wasser stundenlang – ein wahrer Spezialist fürs Überleben bei Minusgraden. Die Schabe Schaben sind zäh: Manche überstehen 100 Tage ohne Nahrung – und sogar eine Woche ohne Kopf. Aktive Bewegung ist dann zwar vorbei, doch ihr Überlebenswille beeindruckt selbst Forschende. Die Zecke Unschlagbar in Sachen Ausdauer: Zecken überleben drei Wochen ohne Luft, sogar Waschgänge unter 60 Grad oder Stürze aus grosser Höhe. Rekordhalterin ist die Taubenzecke – sie kam ganze neun Jahre ohne Nahrung aus.
Der Bienenwolf Der Bienenwolf jagt Honigbienen – nicht zum Eigenverzehr, sondern als Vorrat für seine Nachkommen. Er betäubt die Beute mit einem Stich, verschliesst ihre Atemöffnung mit einem Sekret und lagert sie so frisch in seiner Bruthöhle. Die Larven fressen die noch lebenden Bienen später auf und graben sich nach dem Schlüpfen selbstständig an die Oberfläche. Der Ameisenlöwe Auch der Ameisenlöwe hat eine grausame Strategie: Er baut trichterförmige Fallen in sandigem Boden und lauert dort auf Beute wie Ameisen oder Käfer. Fällt ein Tier hinein, wirft er Sand, um es hinabzuschleudern, packt es mit kräftigen Zangen und saugt es aus. Zurück bleibt nur die leere Hülle – ein stiller Zeuge dieses Überlebenskampfes.
Farbenpracht im Kleinen: Die schillernden Insekten der Schweiz Die Goldwespe Winzig, aber spektakulär: Die Goldwespe funkelt in allen Regenbogenfarben und trägt einen Panzer, härter als der vieler anderer Insekten. Sie ist ein Parasit, der seine Eier in Brutzellen von Wildbienen legt – oft auch in Insektenhotels. Ihr schillernder Auftritt täuscht über ihre räuberische Lebensweise hinweg. Der Totenkopfschwärmer Die Raupe tarnt sich perfekt in Kartoffelfeldern, fluoresziert jedoch unter UV-Licht – ein geheimnisvolles Leuchten in der Nacht. Der ausgewachsene Falter piepst wie eine Maus und stiehlt Honig aus Bienenstöcken, ohne angegriffen zu werden, da er einen beruhigenden Duft absondert. Dennoch hat die Art es schwer: Oft wird die Verpuppung von der Ernte gestört, und alte Aberglauben liessen den Falter fälschlich als Todesboten erscheinen.